Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung der Lade- und Wasserstoffbetankungsinfrastruktur für Langstrecken-LKW in Baden-Württemberg. Dabei werden die technischen und regulatorischen Herausforderungen angegangen, die sich aus dem hohen Strombedarf schwerer Elektrofahrzeuge und den langwierigen Genehmigungsverfahren für Netzanschlüsse ergeben. In der zweiten Phase des PiLaTes-Projekts werden der Aufbau der Infrastruktur und die wissenschaftliche Begleitforschung für Planung, Bau und Betrieb mit 21 Millionen Euro gefördert. Die Initiative wird vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg koordiniert. Zu den wichtigsten Partnern gehören die Daimler Truck AG, die Nationale Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH), die Nationale Leitstelle für Ladeinfrastruktur und die Netze BW GmbH. An dem Projekt sind auch die e-mobil BW GmbH/Plattform H2BW und der Projektträger Karlsruhe (PTKA) beteiligt.
Zu den technischen Ergebnissen des Projekts gehören die Identifizierung der für schwere batterieelektrische Lkw erforderlichen Leistungsklassen, die über die für Pkw verwendeten hinausgehen, und die Feststellung, dass Hochspannungsnetzanschlüsse in der Regel 10-15 Jahre Planungszeit erfordern. Um diesen Prozess zu beschleunigen, schlägt das Projekt vor, Anschlussanträge zu bündeln, um die Genehmigung durch die Netzbetreiber zu straffen. Die Studie hebt auch hervor, dass es in der Nähe von Autobahnen kaum geeignete Grundstücke für Schnellladestationen gibt, was darauf hindeutet, dass möglicherweise umliegende Gewerbegebiete genutzt werden müssen. Darüber hinaus demonstriert das Projekt die Machbarkeit von Wasserstofftankstellen und Elektrolyseuren in der Region Ulm, wo die notwendige Infrastruktur und die wertschöpfungsintensive Produktion von Lkw und Bussen bereits vorhanden sind. Eine Demonstrationsflotte wasserstoffbetriebener Fahrzeuge ist geplant, um Pay-per-Use- und Leasing-Modelle zu evaluieren, die unerlässlich sind, da der hohe Anschaffungspreis von Wasserstoff-Lkw eine direkte Anschaffung durch Frachtunternehmen verhindert.
Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf ein Whitepaper über emissionsfreie Busse, das nach drei Rundtischgesprächen erstellt wurde, bei denen es um Technologiealternativen, den Bau der Infrastruktur, die Verstärkung des Netzes, den Betrieb von Depots, die Beschaffung von Fahrzeugen und die Schulung von Fahrern und Werkstattpersonal ging. Dieses Whitepaper zeigt Hindernisse auf und schlägt Lösungen vor. Es dient als Grundlage für die Diskussionen der Interessengruppen und unterstützt das Verkehrsministerium bei der Ausarbeitung von Rechtsvorschriften für saubere Straßenfahrzeuge. In einer separaten Studie zur Bedarfsanalyse, die vom Verkehrsministerium in Auftrag gegeben wurde, wurden Fahrzeughersteller, Logistiknutzer, Netzbetreiber, Infrastrukturhersteller und private Investoren befragt, um den Infrastrukturbedarf für E-Trucks zu prognostizieren. Die Stakeholder-Analyse der Studie bildete die Grundlage für lokale Bedarfsschätzungen, die die künftige Infrastrukturplanung leiten werden. Anfang 2024 führte e-mobil BW eine Umfrage unter rund 2.000 Logistikunternehmen durch. 129 von ihnen füllten den Fragebogen aus, der die geplanten Anschaffungen von Batterie- und Brennstoffzellenfahrzeugen, den erwarteten Anteil emissionsfreier Antriebe und typische Routen für die Zeiträume 2025, 2026-2028 und 2029-2030 erfasste.
Insgesamt liefert das Projekt eine umfassende technische Bewertung der Lade- und Wasserstoffinfrastruktur für schwere Fahrzeuge, schlägt praktische Maßnahmen zur Reduzierung von Planungsverzögerungen vor und liefert datengestützte Bedarfsprognosen. Die Zusammenarbeit zwischen Ministerien, Industriepartnern und Forschungseinrichtungen stellt sicher, dass die Ergebnisse in den staatlichen Masterplan für Ladeinfrastruktur und den gesetzlichen Rahmen für saubere Straßenfahrzeuge mit einem Zielhorizont von 2035 einfließen.

